Meine Texte und Gedichte
Eine allgemeine Antwort gibt es zu dieser Frage sicherlich nicht, aber bei mir war es so, dass mein erstes ernsthaftes Gedicht geschrieben wurde, als ich privaten Stress hatte, so als Verarbeitung dessen. Danach kamen Versuche, "ordentlich" zu schreiben, was mit der Zeit zu einer kleinen Leidenschaft wurde.
Zur Zeit arbeite ich an mehreren Geschichten, leider komm ich kaum dazu, was zu schreiben (entweder keine Zeit oder keine Kreativität...)
Doch genug Laberei, ihr wollt sicher die Texte sehen ;) Ich stelle sie alphabetisch geordnet online, die "Buchstabenlinks" führen zum entsprechenden Buchstaben, # führt zu den Zahlen. (Artikel wurden außen vor gelassen, also anstelle "Die Brücke ins Dunkel" sucht nach "Brücke ins Dunkel", auch wenn ich die Titel original belasse)
Der Pfeil rechts oberhalb der "Werke" führt wieder nach oben, falls man erneut zu den Buchstaben möchte.
(Alle Texte sind auf meiner Autorenseite auf KeinVerlag zu finden)
(Alle Texte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit meiner Genehmigung verwendet werden)
Der Alkohol und die Wiederentstehung
Ohh mein Gott, mir ist ganz schlecht.
Und wenn das doch nur alles wär
Doch auch im Stehen wank ich noch sehr...
Ich muss nun erstmal ab ins Bett
So 11, 12 Stunden, das wär nett.
Durch das Schlafen wird es gut
Der Alk verschwindet aus dem Blut.
Das Gefühl, das ist echt toll
Da ist man wieder einmal voll...
Doch durch schlafen nach dem Leer'n der Flasche
Entsteht man neu wie ein Phönix aus Asche.
Doch auch ein Phönix muss mal geh'n
Und der Trinker wird schon seh'n:
Man(n) ist nicht lange ganz bei Trost
Und nachher heißt es wieder PROST!
Berichte eines Krieges
Die Brücke ins Dunkel
hatte ich nen Traum
wie ich einen Weg lang lief
doch den kannte ich kaum
Nach einer ewig langen Zeit
sah ich es in der Ferne
Ein Eisentor, sehr hoch und breit
Daran warn umgedrehte Sterne
Ich wollte nicht mehr weitergehn
wollte nur noch fliehn
Warum, das konnt ich nicht verstehn
etwas schien an mir zu ziehn
Dem Zug entkommen konnt ich nicht
immer weiter ging es vor
bis ich bekam sie zu Gesicht
ne lange Brücke hinterm Tor
An Tor und Brücke waren Gesichter
Abscheulichkeiten ohnegleichen
Auch schwanden langsam alle Lichter
Zur Brücke konnten sie kaum reichen
Immer schwächer wurd das Licht
als ich lief die Brücke lang
Etwas sehen konnt ich nicht
und doch wurde mir nicht bang
weit und weiter gehen muss ich
und war das Dunkel noch so dicht
an sich war es fürchterlich
doch Angst hatte ich hier nicht
Ich fühlte mich fast wie zu Haus
was andres schien es nicht zu geben
- Damit war der Traum auch aus...
Er nahm dem Schlafenden das Leben
Vor der Brücke habt gut Acht
viele haben sie gesehn
niemand ist je aufgewacht
- um alle wars geschehn...
Der dunkle Weg
Melanie schaute sich um und sah einen Mann auf einer Parkbank sitzen, der ihr zuwinkte. Sie wusste nicht, ob sie zu ihm hingehen sollte. Als sie sich gerade wieder in Richtung ihres Zuhauses wendete, rief der Mann sie erneut. "He Kleines! Hab keine Angst vor mir!"
Nun ging Melanie doch auf ihn zu. "Und wieso nicht, mein Herr? Mir wurde beigebracht, nie mit Fremden zu reden." - "Ich weiß, aber ich bin nicht fremd. Deine Mutter schickt mich, um dir etwas zu zeigen."
"Wenn meine Mutter ihn schickt", dachte Melanie, "brauche ich ja echt keine Angst zu haben", und folgte ihm in den dunklen Park zwischen die Büsche.
Als sie nach Hause kam, waren ihre Augen kalt. Doch ihre Mutter sah es nicht. Sie fragte nur: "Hast du heute viel gelernt?" - "Oh ja, Mama, sehr viel..."
Eigentlich schon...
Dieser Text war eine Schulaufgabe: Schreibe "Gib's auf" von Kafka um und behalte das Thema bei
Sonntagnacht, nach der Kneipentour (wie üblich), musste ich heim, ich hatte am nächsten Tag einen wichtigen Termin, ich muss früh raus. Im Laufen suche ich nach meinem Fahrplan, ich muss wissen, wann die letzte Bahn fährt, in den nächsten Minuten muss es sein.Ich finde ihn nicht, ich muss ihn verloren haben, das Bahnhofsgebäude ist verschlossen, Ersatz kann ich keinen besorgen.
Da ist die Rettung, ich sehe einen Bahnhofsangestellten, ich gehe zu ihm hin. "Können sie mir sagen, wann und auf welchem Gleis die letzte Bahn geht?" "Eigentlich schon" sagt er, steigt in sein Auto und fährt davon.
Das Ende des Universums
Eine Frage des Stils
Schminke und Klamotten viel
Fünf Paar Schuhe, ist ja klar
kauft man sich bald jedes Jahr
Oder fetten Baggy-Sachen
(über die tut jeder lachen)
dazu müssen goldne Ketten
und du bist bald nicht zu retten
Ist dir das wohl doch nicht recht
ist das auch nicht völlig schlecht
papp dir massig Gel ins Haar
und mach dir mal n Chick schnell klar
ich hasse diesen ganzen Mist
dass du anziehst, was du bist
ok, auch ich trag einen Stil
und über mich verrät der viel
doch damit kann ich oft was machen
Tanzen, Weggehn, solche Sachen
und gibts dann mal nen Trauerfall
reicht mir das Outfit von dem Ball
denn schwarze Sachen, das ist mein
eine Jeans darfs auch mal sein
was andres hab ich nicht im Schrank
Wer sich anpasst, findets Krank
Freiheit oder Tod
solln das Land von uns befreien
sie stehen da zur großen Schlacht
hatten sie vor kurzem noch gelacht
Wir seien Bauern, ja nur Wilde
doch warn die Angeln nicht im Bilde
dass wir doch nur frei leben
und keinem König Steuern geben
So kam es, dass der König sprach
"Geht den wilden Menschen nach!
Sie sollen Teil des Reiches werden
und wers nicht tut, soll sterben!"
Einzeln wärn wir abgeschlachtet
doch hat der König nicht beachtet
dass aus Wilden werden in der Not
Große Krieger ohne Angst vorm Tod
Aus Bauern wurden Krieger
Sangen wilde Schlachtenlieder
bemalten die Gesichter blau
und kämpften taktisch, richtig schlau
überfälle warn gestartet
auf Angelns Truppen oft gewartet
und stießen die zum Ort hinzu
schnappten unsre Fallen zu
Vom ganzen Land war viel befreit
und mehr und mehr zum kampf bereit
bis der König bald entschieden
dass die Schlacht zu lang vermieden
Auf der einen Seite stehen "Bauern"
An den Flanken Reiter lauern
die Gegner stehn in langen Reihen
erschrecken als wir wütend schreien
Sackpfeifer, blaset nun zum Sturm!
Wir holn den König, diesen Wurm!
Krieger, los, lasst keinen am Leben
Nur Freiheit oder Tod darfs für euch geben!
Im Krankenhaus
könnte wieder schlafend ruhn
genau da kommt die Schwester rein
"Darfs für die Herren noch was sein?"
Dann werd ich eben etwas lesen
- da ist die Putzfrau mit dem Besen
die lärmt und schafft und tut und macht
dass es nur so richtig kracht
Dann geh ich eben in den Garten
- was, wieso soll ich noch warten?
ach die ärztin kommt gleich rein
die Visite wird wohl sein
Ich könnte auch ganz einfach dösen
oder Kreuzworträtsel lösen
geht doch laut die Klingel los
der Stress der Pfleger wird gleich groß
Manchmal muss man sich auch waschen
um Körperfrische zu erhaschen
doch muss - wie bin ich froh
mein Nebenmann ganz schnell aufs Klo
mach ich "Wetten dass" halt an
da zeigt ein Jeder was er kann
doch klopft nun so als kleine Kür
Besuch für mich an unsre Tür
Tu ich halt philosophieren
mit meinen Zimmernachbarn diskutieren...
wir haben alle was vergessen
vor der Tür steht unser Essen
geh ich halt Computer spielen
oder durch Programme wühlen
doch als ich grad so recht dran sitze
kommt grade die Thrombosespritze
bleibt mir nur Gedichte schreiben
egal was ich muss erleiden
außer eines, das würd es toppen
für den OP würd ich dies stoppen.
und ist es draußen einmal Nacht
wird schnell das Wandlicht ausgemacht
doch weckt mich in des Nachtes Lauf
der Schnarcher meines Nachbarn auf.
Ein kleines, ruhiges Zimmer
Dieser Text entstand, als sich Kafkas Stil und meine Gedanken mischten ;) Nicht wundern, ich bin nicht so
Ein ruhiges, kleines Zimmer, hell erleuchtet von der fensterlosen Dunkelheit meines Seins innerhalb seiner Wände. Allein sitze ich darin, mache nichts, denke nur nach über meine Gedankenlosigkeit. Warum sollte ich denken - so passe ich mich doch den Menschen an. Allein im Zimmer - ich könnte raus... Ich könnte - ich will aber nicht. Da draußen sind genug meiner Sorte, allein, gedankenlos, düster; weitere kleine, ruhige Zimmer. Es reicht mir allein, es ist genug. Ich will keine Einsamkeit eines Fremden spüren, fremde Gedankenlosigkeit brauche ich nicht - meine reicht mir.Wie immer...
Wie immer bleibt alles wie immer.
Land der Gier
am Rande unsrer Welt,
sich ein fröhlich Volk befand,
wusst nicht was tun mit Geld.
Sie lebten dort für sich allein,
empfingen keinen Gast,
bis ein freches Mädchen klein
fragte dort nach Rast.
Sie wandt sich an den nächsten Herrn
und fragt nach einem Bett.
Dazu sie sprach: "Ich zahl auch gern,
lass mich rasten, sei so nett!"
Der Mann besaß ein großes Haus,
sie kehrte darin ein;
rückte auch bald mit Geld heraus
und schlief dann friedlich ein.
Bald ging es ihr auch wieder gut,
drum reiste sie auch weiter.
Da merkt er, was Geld tut
und wurde richtig heiter.
Er war der reichste Mann im Land,
der einzge mit Vermögen.
Besorgte sich bald jeden Tand
wie Säulen und Torbögen.
So kam das Geld auch unters Volk,
verbreitete sich sehr.
Jeder Mensch hatte Erfolg
und wollt doch immer mehr.
Bald verlor mancher das Leben;
das Geld, das war der Grund.
Niemand wollts mehr andern geben
und in dem Lande ging es rund.
Eines Tages kehrt das Mädchen wieder
als ausgewachsne Frau.
Eben summte sie noch Lieder,
doch nun fühlt sie sich flau.
Das Land vor ihr in Trümmern lag,
alle dort sind tot,
der, der ihr half an jenem Tag,
dessen Hemd war rot.
So sieht man wozu Gier uns bringt...
Sie ist eins jener Dinge,
von denen man hofft, dass es gelingt,
dass man sie niederringe.
Nacht des Todes
Wächterfeuer in der Nacht
warten auf den Tag der Schlacht
Soldaten sitzen auf hartem Sand
wolln verteidigen das Land
Daheim ein Feuer nur zum Kochen
Das Essen brät und es riecht gut
Er hat die Heimkehr ihr versprochen
er wirds schaffen, er hat Mut
Die Gegner kommen nah heran
er ihre Schwerter sehen kann
sein eigen hat er grad gezogen
Als Pfeile durch die Luft geflogen
Sie steht am Fenster, schaut heraus
wartet, dass er bald wieder naht
"Halt dich aus den Kämpfen raus!"
das war ihr letzter Rat
Die Pfeile fliegen durch die Luft
es zieht herauf des Kampfes Duft
Nach Feuer und dem Kämpferblut
hat ein Kämpfer da noch Mut?
Sie nimmt das Essen auf den Tisch
er müsst ja bald zu Hause sein
da spürt sie einen harten Stich
bohrt sich tief in ihr Herz herein
Katanas blitzen, kalter Stahl
verursachen eine tödlich Qual
Er wird getroffen, der letzte Schmerz
der geht ihm nun direkt ins Herz
Wie von Sinnen rennt sie nun
sie hat gemerkt dass er nicht am Leben
sie weiß nicht, was sie nun kann tun
ohne ihn kann es sie nicht geben
Die Samurai fanden sie bei Tag
sie wussten nicht, warum sie sprang,
wie es ihr im innern denn ergang,
warum sie unter der steilen Klippe lag
Nacht im Zwielicht
sieht man nun am Himmel weit...
ich alles dunkler sehen konnt,
und ich fühlte mich befreit...
Nun beginnt die Zeit der Nacht,
der Gang der Sterne nimmt seinen Lauf;
die nächtlich' Tiere halten Wacht
und am Himmel geht der Mond bald auf.
Groß und rund steht er im Zelt,
das die Menschen Himmel nennen,
erleuchtet in der Nacht die Welt...
ein Licht wies Menschen gar nicht kennen.
In leuchtend-dämmrig Licht getaucht
sind Bäume, Sträucher, Tier...
Ich hör, wie leis ne Katze faucht
und genieße jetzt und hier.
So geht es lange, Stund um Stund;
doch taucht die Sonne wieder auf...
gibt vom neuen Morgen Kund;
denn das ist der Zeiten Lauf.
Das Plainfield-Massaker
Die Saga des Schwarzen Drachen
Spaß im Mittelalter (und seine Folgen)
(Mit freundlicher Genehmigung von Tina, die Version "Aus ihrer Sicht" ist von ihr)
Aus seiner Sicht
Die Menge steht erwartungsvollSie denkt sich wohl: "Mal wieder toll!
Wir hatten lang keine Hinrichtung mehr!
Hoffentlich war der Prozess nicht fair."
Ob Fair oder nicht, das wird nichts machen
ich kenn mich aus mit diesen Sachen
ich war ja schließlich jener Mann
wegen dem sie nicht mehr leben kann
eigentlich klar bei meiner Frau
jeder wusste es ganz genau
sie war nicht hübsch, nicht wirklich schlank
ihr Anblick machte jeden krank
das Leben mit ihr war die Qual
doch ich hatte keine Wahl
verlassen konnte ich sie nicht
das ging wohl nicht in unsrer Schicht
Was sollt ich tun, was sollt ich machen?
Jeder tat nur über mich lachen
die Hochzeit fand ja auch nur statt
weil ihre Familie den Reichtum hat
zur Zerstreuung ging ich in die Stadt
die den Namen Bretten hat
dort, auf dem Fest, traf ich ne Frau
sie hieß Tine, war hübsch und schlau
Vergnügen hatte ich gesucht
und nun dachte ich verrucht
"Mit ihr kann ich viel Spaße haben
mich an ihrem Körper laben"
Sie ging auch recht bald auf mich ein
oder besser: ich drang bald in sie ein
der Spaß war da, wie ich mir dachte
auch wenn er mir nur Kurzweil brachte
Tine freute sich sehr über mich
doch mocht sie nur Meinen stand an sich
er brachte ihr bloß gar nichts ein
denn nach Tagen ließ ich sie allein
Im Wirtshaus war ich dann der Hit
immer lachten alle mit
wenn ich erzählt von jenen Tagen
an denen Tine und ich zusammen lagen
warum sie lachten weiß ich heute
wir vergaßen Schweinsdarmhäute!
und so sah man auch geschwind
dass Tine bald bekommt ein Kind
Von ihrem Mann konnt es nicht sein
denn er ließ sie recht lang allein
er war seit Wochen außer Land
weil er Freunde in Jamaika fand
die waren für ihn wunderbar
denn sie machten ihm dort klar
dass er dort keinen Stand gebrauche
wenn er das Gras mit ihnen rauche
so wurde Tine dumm gefragt
und unter Folter hat sie ausgesagt
dass ich der Vater des Kindes sei
und seither... bin ich nicht mehr frei
ich durfte nie mehr aus dem Knast rausgehn
würde Tine nicht mehr sehn
sie müsse bald wohl am Galgen hängen
und ich leb in Gefängnisgängen
und heute ist es nun soweit
für den Strick ist es nun Zeit
durch Gitterstäbe schau ich zu
wie der Scharfrichter bittet um Ruh
die Menge schaut schon ganz gespannt
als Tine auf die Klappe wankt
dann wird der Hebel rumgezogen
doch hat die Technik schön betrogen
nach Stunden kommt der Richter zu mir her
er stöhnt und schwitzt und schnauft gar sehr
"Wir geben dir die Freiheit" sagt der Mann
"du bist der Einzge der uns helfen kann
die Klappe klemmt, Scharniere rosten
war wohl Billigware aus dem Osten
du bist der Einzge der noch weiß
wie man repariert den Scheiß"
"Och, das ist sehr schnell passiert
die Klappe wird dann auch frisiert
so schnell wie sie dann wird fallen
werden die Todesschreie noch lauter hallen"
Ich wollte ja nur etwas Spaß
doch im Knast bekam ich sogar Fraß,
nun nen Job und Geld dafür...
ab jetzt ich viele Frau'n verführ
Aus ihrer Sicht
Die Menge steht erwartungsvollSie denkt sich wohl: mal wieder toll!
Wir hatten lange keine Hinrichtung mehr!
Hoffentlich war der Prozess nicht fair
Fair war wirklich nicht der Richter
War er nebenher noch Dichter
Schrieb er doch meist Trauerlieder
Und brauchte Textstoff immer wieder
Den Strick bekam ich also dann
Damit der Richter schreiben kann
Doch von Vorn will ich berichten
Nichts verschönern, nichts erdichten
Ich ging in gelb, und rot der Rest
über Brettens schönstes Fest
Lies meine Blicke umherschweifen
Und meine Hüften lecker kreisen
Da sah ich einen, ganz allein
Der könnt doch gut beim Beischlaf sein
So fing das Tächtel-Mächtel an
Ich wollte wissen, was er kann
Und nach wild zerwühlten Laken
Wir beide schnell zutiefst erschraken
Hatten wir doch nicht gedacht
An Schweinsdarmhaut in jener Nacht
Ein hübscher Mann in meinem Bett
Das Geld dazu, das ist doch nett
Und mein heiß geliebter Ehemann
Mich alsbald am Buckel kann
Doch mein hochgeschätztes Ritterlein
Lies mich dann auch recht schnell allein
Und in mancher Gasthausstube
Prahlte er, der böse Bube
Und während sie beisammen saßen
Fiel ihm ein, was wir vergaßen
Da wurd ihm heiß und kalt geschwind
Denn ich bekam von ihm ein Kind
Doch nicht nur seine Säuferfreunde
Lachten über diese Pointe
Der Henker kam herbeigelaufen
Ich konnte nur die Haare raufen
Mit Daumenschrauben, Zungenzangen
Musst ich um meinen Körper bangen
Doch auch der Geist wurd malträtiert
Vom Henker gänzlich ungeniert
Bevor die Zangen angelegt
Beschrieb ich auch schon ganz bestrebt
Wo der Ritter war zu finden
Um mich der Folter zu entwinden
Doch statt der Freiheit kam der Strick
Welch übles, schlechtes Missgeschick
Und statt der Freunde und Bedienen
Kam er hinter Stahlgardinen
Vom Logenplatz er zu mir sieht
Beobachtet was mir geschieht
Da stolziert der Henker pfeifend her
Oh Gott, mir wird das Herz so schwer
Er zieht am Hebel, strengt sich an
Doch die Technik gar nichts kann
Ein Schnäppchen war der Galgen hier
Der Richter wird schon fast zum Tier
Gibt es einen, der hier helfen kann?
Wo ist denn nur der Handwerksmann?
Die Menge lacht, wird wieder leiser
Der im Knast, ist Zimmermeister
Der Richter hoch zur Zelle schnauft
Ist oben von seim Schweiß getauft
Wir geben dir die Freiheit wieder
Wenn die Klappe fällt hernieder
Gutes Essen, Geld und Heim
Statt dem Knast, das ist doch fein
Der Richter mit der Freudenwelle
Dem Ritter lockt ne Arbeitsstelle
So wird die Klappe repariert
Und auch ein bisschen nachfrisiert
Während ich muss daneben warten
Was sind denn das für neue Arten?
Ja, wird das heute noch mal was?
Mir macht das nur zur Hälfte Spaß!
Früher, da gings wirklich schneller
Da warn die Tage auch noch heller
Jetzt schaff doch was, du Rittersmann
Der nicht einmal verhüten kann
Wann ists denn endlich mal soweit?
Ich habe auch nicht ewig Zeit!
Da ist die Klappe wieder ganz
Erstrahlt in frisch geöltem Glanz
Mit bösem Blick meinte ich scharf
Dass ich das auch noch erleben darf!
So stieg ich auf die Todesbretter
Die Klappe fiel mit Donnerwetter
Hier endet also die Geschicht
Was hernach geschehn, das weiß ich nicht!
Sternenklar
aufgeklärt ist es nun schon.
Ich genieß den reinen Duft...
Wasser tropft noch aus der Bäume Kron'
Langsam bricht die Nacht hinein
die Sterne tauchen langsam auf
am Himmel steh'n sie, hell, doch klein
und ich schnell nach draußen lauf
Abseits der menschgemachten Lichter
weg von Straße und Zuhaus
steh'n die hellen Lichter enger
- wir löschen gern das Schöne aus
Den Anblick einfach mal genießen
ja das mache ich sehr gern
ein Jeder sollt' sich mal entschließen
zu suchen das Schöne in jedem Stern
Das Vampirschloss
die Zinnen wie Zähne in der Nacht...
Meine Frau beginnt vor Angst zu weinen;
Ich sag zu ihr: "Hab keine Furcht, gib acht!"
Wir nähern uns der Brücke am Tor
als plötzlich eine Eule schreit...
Wolfsgeheul dringt aus dem Wald hervor...
Man merkt, es ist bald soweit!
Durch das Große Tor herein
gehen wir ins Innere vom Schloss...
Felicia macht sich aus Angst ganz klein,
doch ich steige furchtlos von meinem Ross.
Beim öffnen knarzt jede Türe laut,
wie lautes Klagen hallt es im Gang...
Wurden die Türn dafür gebaut,
dass ihr Geräusch macht Angst und Bang?
Spinnenweben an Decke und Wand,
Licht durch Kerzen- und Fackelschein,
Kerzenhalter total vertropft am Rand...
Dies muss wahrlich ein Spukschloss sein!
Da! Schlurfende Schritte hinter uns beiden!
Schnell wie der Wind wirbeln wir herum...
Egal wers ist, er wird nicht lang leiden!
Doch wir merken, wir waren dumm...
Igor kommt herangewankt,
er meint: "Haben fie hierhergefunden?
Ich hoff, ihr feid da draufen nicht erkrankt...
Ich hab mich hier fon fehr gefunden!
Ef hat gedauert, doch ef geht...
Vor allem die Kerdfen waren fwer...
Doch allef ftimmt, wie ihr ja feht,
Kerdfen, Fpinnen, die Türen knartfen fehr!"
"Danke Igor, das ist gut!
Doch da ist noch eine Sache:
Warum zeigen Menschen hier denn Mut?
Wissen sie nicht von meiner Rache?
Feli war schon schwach vor Sorgen,
da die Menschen Pfahl und Feuer hatten...
Sie wollte uns locken bis zum Morgen...
Und uns blenden mit gekreuzten Latten!"
"Tja Meifter, die Menge kennt euch nicht,
weif nicht, waf moderne Vampire find...
Wartet doch bif fum Morgenlicht,
und tötet daf eine oder andre Kind!"
"Das werden wir tun, denn wir brauchen Blut,
dann sinkt den Menschen bald der Mut...
Denn: Was du nicht willst das man dir tu..."
"Daf füg ich vorher andern fu"
Verlorene Freundschaft
Ist nun die wicht'ge Freundschaft fort.
Wie werd ich ohne sie nur sein?
Nur weil ich was sagte, ach wie fein
Erklären darf ich gar nicht ihr
Was in dem Moment ich dachte mir
Ich wollte nur die Freundschaft wahren
Denn Freunde gibt es nicht in Scharen
So schnell sie kam, so schnell sie geht
Sie war nur da, nun ist's verweht
Ich hoffe die andern werden nun verstehn
Und diese Freundschaft bleibt bestehn
Denn haben wir die Freundschaft nicht
Verlieren wir unser menschliches Gesicht
Dann sind wir allein mit unsern Sorgen
Und fühlen uns so sogar geborgen
Normal kann das dann echt nicht sein
So ein Mensch, das wär ein armes Schwein
Er wär dann nur ein kluges Tier
Und denkt sich "Ach das lob ich mir..
Mir geht es gut, so muss das sein
Nun sammel ich das Geld gar fein"
Doch lebt man nur des Geldes wegen
Darf man gleich ins Grab sich legen
So was wär kein wahres Leben
So was darf es echt nicht geben
Drum tu ich für Freunde alles machen,
leiden, trauern, doch auch lachen.
So war ich, bin ich, werd ich bleiben
Dies müssten alle wohl erleiden
Nur wer den Menschen wirklich kennt
Weiß, warum er auch mal flennt.
Vollmondnacht
betrachte die Umgebung; die Welt...
sie liegt vor mir, ruhig und still
was ich nur genießen will
Das einzig Licht, das hier noch ist,
das der Vollmond im Himmel ist
An seiner Seite blinken Sterne
Gedanken schweifen in die Ferne
Weiß die Welt ist durch den Schnee
zugefroren liegt der See
Stille ist alles, was ich hören kann
kein einzger Ton dringt an mich ran
Allein steh ich im weiten Feld
genieße, wie sie ist, die Welt
Stille, Zwielicht, ich allein
anders sollt es grad nicht sein
Warum?
Nun nehme ich Anlauf und springe. Ich will nach deiner Hand greifen, doch da ist keine. Du läufst davon, schaust dich nicht um, während ich mich gerade so festhalten kann. Ich rufe, doch du hörst mich nicht. Ich schreie, doch du gehst weiter. Der Stein bröselt, ich suche nach einem neuen Halt, doch da ist nichts.
Ich falle. Tief. Warum? WARUM?
Warum Trolle dumm sind
lebten die Trolle in den Weiten
welche heute unsre Erde ist
die die Trolle wohl nich vergisst
die Trolle lebten im Einklang mit dem Land
nahmen die Pflege in ihre Hand
kümmerten sich um Baum und Strauch
und um die moosgen Steine auch
Ja, sie waren klug, die Trolle
spielten die ihnen gedachte Rolle
die die Götter ihnen mal vergaben:
Die Pflege der Welt solln sie innehaben
Doch die Trolle warn zu schlau
und bald dachte eine Frau
wie es wäre sich zu wehren
und sich über die Pflichten zu beschweren
sie nahm bald Äste und bald Steine
verband die Sachen mit ner Leine
machte sich primitive Waffen
um den Widerstand zu schaffen
Andere Trolle halfen ihr bald
hauten Steine, dass es knallt
machten große Wurfgeschosse
und zähmten auch ein ums andre Rosse
da dachte die Frau schließlich mit Wonne
"Warum benutzen wir denn nicht die Sonne?
Sie ist groß, sie ist stark, sie ist heiß,
das kann uns helfen, ja wer weiß"
So schlich sie bald in das Götterreich
und kam zur Quelle der Wärme gleich
es war das Feuer, und die Frau
wusst was sie tun muss genau
Sie nahm die Äste, die sie trug
hielt sie ins Feuer, und wie im Flug
fingen sie auch an zu brennen
und die Frau begann zu rennen
Sie musste flugs zu Hause sein
doch da hörte sie ein lautes NEIN
DIE TROLLE WERDEN NIEMALS HERRSCHER WERDEN!
NICHT IM HIMMEL, NICHT AUF ERDEN!
Damit die Drohung auch gelingt
haben die Götter die Trolle umringt
haben bald ein Machtwort gesprochen
welches das folgende hat versprochen:
die Trolle werden nie mehr schlau
sie werden dumm wie die Steine grau
wie die Steine, die sie mochten
weil sie mit ihnen gegen Götter fochten
Nun wisst ihr, warum Trolle dumm
es ging ja nun auch schnell herum
und die Moral von der Geschicht:
LEGT EUCH AN MIT GÖTTERN NICHT!
Wer bin ich?
Klar, ihr denkt jetzt "Du bist Kabarakh" oder "Du bist Herbie" aber Wer bin ich?
Sagt mir erstmal, wer ihr seid, ohne euren Namen zu nennen. Sagt mir eure Träume, eure Wünsche, was euch ausmacht.
Und jetzt überlegt: Seid ihr das wirklich? Oder ändert sich das je nachdem wo ihr seid, wann ihr seid?
Und wenn dem so ist, seid das dann ihr?
Sicher seid ihr das, nur seid ihr dann anders, als ihr vorher wart... also wart ihr vorher nicht ihr oder ihr seid jetzt nicht ihr, also kanns kaum sein dass jeder er ist.
Anders ausgedrückt:
Wenn ich jetzt ich bin, kann ich nicht ich sein, wenn sich etwas ändert. Wenn ich ich bin, wenn sich was geändert hat, kann ich nicht ich sein im Moment. Damit steht fest, dass es ein wahres ich gibt, aber unendlich viele andere "ichs", die ich nicht bin. Damit kann es kaum sein, dass ich ich bin.
Also was mach ich hier eigentlich?
Ich denke, ich lade hier meine Gedanken ab, Gedanken, die mir zu kompliziert sind, sie ungeschrieben zu denken.
Das ist eine Facette meines (jetzigen, wahren??) Ichs... denken, aber nie zu kompliziert... lieber faul sein, trotzdem aber Erfolg haben.
Mach ich damit etwas falsch?
Keine Ahnung, meine Lehrer meinen nicht. Die sagen mir, dass meine Abiturprüfungen gut waren. Nichts gearbeitet, keine Ahnung gehabt, mindestens 2- in 2 aus 4 Prüfungen, dann noch bei den anderen "positiv überrascht", falls das allgemeine Lehrerzitat auch auf mich zutrifft...
Wer bin ich, dass ich auf diese Art durch Klausuren komme? Die anderen lernen, lernen, hauen sich wochenlang den Stoff in ihre Köpfe... Ich genieße mein Leben, lerne nichts und schreibe meine Noten, wie ich sie brauche... was soll das?
Wer bin ich?
